Morgenstern-Stiftung / Galerie der Künstler
Lin Haas - Fotografie,
geboren in Düsseldorf, lebt und arbeitet seit langem in Berlin. Auf ihrer Suche nach Bildmotiven will sie Neues entdecken und Altes bewahren. Dabei inszeniert sie nicht, sondern geht auf Entdeckungstour - mit künstlerischem Blick. Es geht ihr um die Stimmung, das Gefühl, das ausgelöst wird, das Malerische, Kunstvolle, Stimmungsvolle. Geschult durch ihr Design-Studium folgt sie einem inneren Gespür für Proportionen und versucht die Essenz ihrer Empfindung im Bildmotiv einzufangen und auszudrücken. Lin Haas ist Meisterschülerin bei Prof. Arno Fischer an der Ostkreuzschule. Gerade arbeitet sie an ihrem ersten fotografischen Bildband.
Als Kind wollte sie Entdeckerin
werden. Ist sie letztendlich auch
geworden. Lin Haas arbeitet als
freie Grafikerin. Das hat sie studiert.
In Düsseldorf. Dort, wo die großen
Werbeagenturen sitzen. Dann ist sie
in Berlin gelandet, wo sie auch als
freie Grafikerin für Tageszeitungen
arbeitet. Das ist die eine Seite der
Lin Haas. Eine von vielen.
Während ihres Grafikstudiums
habe sie angefangen, intensiver zu
fotografieren - Schwarz-Weiß. Dann
hat ihr ein Freund eine Kamera
geschenkt, eine Spiegelreflex.
Mit ihr kam irgendwann der
Umbruch zur Farbfotografie. Was
mit Urlaubs-, Familienfotos und
kleineren Serien begann, mündete in
einer grenzenlosen Entdeckungstour.
Ihr Kindertraum verwirklicht sich in
ihren Fotos. Sie will immer Neues
finden, einen neuen künstlerischen
Blick. Sie inszeniere nicht, wozu
auch, es sei doch alles schon
da. "Ich muss es nur finden." Wie
aufgeregt sie sei, wenn sie wieder
etwas eingefangen habe. Zu dem
Neuen gehöre aber auch immer das
Alte, was sie bewahren möchte.
"Alte Sachen faszinieren mich
irgendwie, alte Fabriken, ziselierte
Türmchen, eine alte Mülltonne."
Gerade arbeitet sie an Bildbänden,
zu denen sie der Fotograf Arno
Fischer anregte. Der Professor
lehrt an der bekannten Berliner
Ostkreuz-Schule, Lin Haas ist eine
seiner Meisterschülerinnen. Ach
ja, der erste Bildband. Das sind
Zugfahrtfotos. Überwiegend digital
aufgenommen. Momentaufnahmen
bei manchmal 200 km/h. Tiere,
Menschen, Bäume, Windräder,
Häuser. Das Spiel mit dem Zufall.
"Ich wollte versuchen, den Moment
einzufangen." Den einen, und noch
einen und noch einen. Sie fliegen
vorbei wie Schmetterlinge. "Das
kannst du nicht wollen, das ist
Zufall, das ist das Leben." Schärfe
sei ihr dabei nicht wichtig, es geht ihr
nur um das Gefühl, das Malerische.
Sie bearbeitet auch nicht nach.
"Manche Fotos sehen aus wie ein
Aquarell, mit der Kamera gemalt."
Durch die Fotografie kommt sie
auch an ihre Lebensthemen heran.
"Das sorgt für Leichtigkeit im
Leben, wenn du deiner eigenen
Spur folgst."
Die verfolgt sie ziemlich konsequent.
Seit einigen Jahren entdeckt sie
den Clown in sich. Und so nimmt
sie an einem offenen Training teil,
tritt als poetischer Clown auf. "Als
Clown kannst du alles riskieren, du
darfst sogar Fehler machen. Mehr
noch: als Clown musst du Fehler
machen."
Machen. Ins Tun kommen. Ausprobieren.
Das sei ihr eine
Herzensangelegenheit. Eine innere
Triebfeder. Sie könne tun, was sie
möchte. Und sie tut es auch.